Fachkräfte, Spezialisten, Experten: Wo Hochqualifizierte konzentriert sind.

Hochqualifizierte Beschäftigung verteilt sich in Deutschland nicht zufällig, sondern folgt regionalen Wirtschaftsstrukturen.

Ein Blick in die Beschäftigungsstatistik zeigt: Hochqualifizierte Tätigkeiten sind regional sehr unterschiedlich verteilt. Besonders stark konzentrieren sie sich dort, wo Unternehmen, Forschung, Hochschulen, Kliniken und wissensintensive Dienstleistungen eng miteinander verbunden sind.

Infografik: Anteil Hochqualifizierter nach Bundesländern und nach Kreisen, Stichtag 30. Juni 2025
Hochqualifizierte (Spezialisten und Experten) nach Bundesländern und Kreisen – Stichtag 30.6.2025.

Die Beschäftigungsstatistik unterscheidet sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach vier Anforderungsniveaus: Helfer, Fachkräfte, Spezialisten und Experten. Bundesweit arbeiten 16,3 Prozent der Beschäftigten in Helfertätigkeiten, 53,7 Prozent als Fachkräfte, 14,9 Prozent als Spezialisten und 14,7 Prozent als Experten.

Spezialisten und Experten zusammen machen damit 29,6 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung aus. In dieser Auswertung werden sie als hochqualifizierte Tätigkeiten betrachtet.

Auf Ebene der Bundesländer liegen Berlin und Hamburg mit rund 40 Prozent Hochqualifizierten deutlich an der Spitze. Hessen und Baden-Württemberg folgen mit jeweils 31,9 Prozent.

Noch deutlicher werden die regionalen Unterschiede auf Kreisebene. Erlangen weist mit 32,4 Prozent den höchsten Anteil an Experten-Tätigkeiten auf. Danach folgen die Stadt München und der Landkreis München. Auch Wolfsburg, Heidelberg, Stuttgart, Jena, Darmstadt und Ingolstadt stechen hervor.

Diese Verteilung ist kein Zufall. Hochqualifizierte Beschäftigung entsteht vor allem an Standorten mit forschungsintensiven Unternehmen, technischen Hochschulen, Universitäten, Kliniken, Entwicklungsabteilungen und wissensintensiven Dienstleistungen.

Erlangen liegt bundesweit beim Experten-Anteil an der Spitze, da vor allem das verarbeitende Gewerbe, wissenschaftlich-technische Dienstleistungen und das Gesundheitswesen prägend sind. Siemens, das Universitätsklinikum Erlangen und die Friedrich-Alexander-Universität bilden hier ein starkes Dreieck aus Industrie, Forschung und Medizin.

München zeigt eine ähnliche Struktur. IT-Dienstleistungen, Konzernzentralen, Unternehmensberatung, Forschung, Gesundheitswesen und Automobilindustrie bilden dort ein dichtes Ökosystem für hochqualifizierte Arbeit.

Die andere Seite zeigt sich in Regionen mit einem hohen Anteil an Helfertätigkeiten. Dort spielen häufig Logistik, industrielle Produktion und arbeitsintensive Tätigkeiten eine größere Rolle.

Die Auswertung macht deutlich: Qualifikation ist nicht nur eine individuelle Frage von Bildung, Ausbildung und Karrierewegen. Sie ist auch eine regionale Frage. Entscheidend ist, welche Wirtschaftsstrukturen vor Ort bestehen, welche Unternehmen Arbeitsplätze schaffen, welche Institutionen Wissen produzieren und welche Tätigkeiten tatsächlich nachgefragt werden.

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Sonderauswertung, Stichtag 30.6.2025. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort.
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